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2020: Rückblick auf ein besonderes Jahr – auch für die Feuerwehr

Als sich am 10. Januar die Angehörigen der Feuerwehr Wettersbach beim ersten Dienstabend zur traditionellen Winterfeier mit Fotorückblick getroffen haben, ahnte wohl noch niemand welch außergewöhnliches Jahr mit welchen Herausforderungen noch vor allen liegen würde. Wir blicken daher auf einen besonderen Zeitraum – auch für die Feuerwehr Wettersbach – zurück.

Zum ersten Einsatz im neuen Jahr wurde die Feuerwehr Wettersbach am 28. Januar zur Unterstützung nach Hohenwettersbach alarmiert. Ein größerer, massiver Baum hielt in der Tiefentalstraße den stürmischen Böen nicht mehr stand und stürzte über die Fahrbahn. Unter Einsatz mehrerer Kettensägen konnte er zerteilt und die Straße so freigeräumt werden. Etwa im gleichen Zeitraum wurde in Deutschland der erste bestätigte Fall mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 registriert.

Bei der Jahreshauptversammlung am 31. Januar wurden Michael Freis als Abteilungskommandant und Michael Monasso als sein Stellvertreter für weitere fünf Jahre in ihren Ämtern bestätigt. In der Rückschau wurde von 45 Einsätzen im Jahr 2019 sowie mehreren tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit berichtet. Mit Jürgen Konstantin, Albert Nagel, Rudi Höger und Karl Zimmer von der Branddirektion konnten erstmals vier Personen ihre Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft in der Feuerwehr Wettersbach in Empfang nehmen.

Im Zeitraum vom 09. auf den 10. Februar warnte der Deutsche Wetterdienst vor Sturmtief Sabine, das mit Orkanböen über Deutschland zog und vielerorts schwere Schäden anrichtete. Die Ortsteile Palmbach und Grünwettersbach waren glücklicherweise nicht so stark betroffen, sodass lediglich zwei kleinere Einsätze anfielen.

Auch der März startete stürmisch. Am Abend des 1. März überquerte Sturmtief Diana das Stadtgebiet. Zu insgesamt drei Einsatzstellen musste die Feuerwehr Wettersbach in der Folge ausrücken. In Grünwettersbach hielt ein Baum den Windkräften nicht stand und stürzte auf ein Wohnhaus. Über eine nachgeforderte Drehleiter musste der Baum hier vollständig abgetragen werden. Zwei weitere Bäume stürzten um und blockierten Straßen, sodass diese von der Feuerwehr geräumt werden mussten.

Zum vorerst letzten gemeinsamen Übungsabend aller Angehörigen der Einsatzabteilung traf man sich am 06. März. Inhalt waren verschiedene Stationen mit Geräten zur technischen Hilfeleistung. Wenige Tage später stufte die Weltgesundheitsorganisation am 11. März das Virus und die ausgelöste Atemwegserkrankung COVID-19 aufgrund der weltweit rasant steigenden Infektionszahlen als globale Pandemie ein.

Am 13. März musste der Übungsbetrieb erstmalig eingestellt werden. Größere Zusammenkünfte von Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr wurden untersagt, auch Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Ziel war es den Einsatzbetrieb, der natürlich von den Beschränkungen ausgenommen war, aufrecht zu erhalten. Wenige Stunden zuvor hatte die Landesregierung bereits weitgehende Einschränkungen im öffentlichen Leben und die Schließung von Schulen und Kindergärten angekündigt. Am 25. März stellte der Bundestag eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ fest.

Mit Beginn der wärmeren Zeit im Monat April stieg auch die Gefahr von Vegetationsbränden. Am 07. April wurde die Feuerwehr Wettersbach zu einer brennenden Gartenhecke nach Grünwettersbach alarmiert, einen Tag später brannte ein Gebüsch beim Grünwettersbacher Friedhof. Beide Male konnte das Feuer glücklicherweise bereits vor Eintreffen der Feuerwehr weitgehend gelöscht werden.

Um die Einsatzfähigkeit sicher zu stellen, wurden unterdessen weitere Maßnahmen ergriffen. Bei Fahrten mit mehr als einer Person im Fahrzeug und Unterschreiten der Mindestabstände wird fortan eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Für den Kontakt mit bestätigten Infektions- bzw. Verdachtsfällen wird weitergehende Schutzausrüstung auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt.

Auch im Mai bestimmt die Pandemie weiterhin das öffentliche Leben. Unser traditionelles Haxenfest am Vatertag musste leider abgesagt werden. Im Oktober folgt auch das Herbstfest am Tag der deutschen Einheit.

Mitte des Monats Juni konnte nach Aufhebung der ersten Einschränkungen der Übungsdienst unter Einhaltung eines Schutz- und Hygienekonzepts wieder starten. In fest eingeteilten, getrennten Kleingruppen konnte die Einsatzabteilung wechselnd freitags wieder ihr Wissen zu Themen der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung auffrischen und festigen. Ziel war es, bei Erkrankungen in einer Kleingruppe dennoch ausreichend Einsatzkräfte für den Einsatzbetrieb zur Verfügung zu haben.

Ein LKW-Unfall auf der Autobahn 8 beim Parkplatz Birkenwäldle sorgte am 22. Juni für den ersten Einsatz im Juni. Ein LKW war im Rahmen eines Unfallgeschehens mit der Leitplanke kollidiert, wobei ein Seitentank des Fahrzeuges aufriss. Der Inhalt des Tankes, mehrere hundert Liter Diesel, verteilte sich daraufhin in den angrenzenden Seitenstreifen. Verletzt wurde zum Glück niemand. In einem vierstündigen Einsatz wurde der Kraftstoff notdürftig aufgefangen, umgepumpt und während der Bergungsarbeiten der Brandschutz sichergestellt. Für die Dauer des Einsatzes musste der rechte Fahrstreifen im Bereich der Unfallstelle komplett gesperrt werden. Es kam zu einem kilometerlangen Stau in Richtung Pforzheim.

Nur vier Tage später wurde die Feuerwehr Wettersbach erneut alarmiert. Diesmal ging es in der Mittagszeit zu einem „tierischen“ Einsatz. In Palmbach hatte sich eine Katze in einer Regenrinne im Bereich der Dachziegel in rund sechs Metern Höhe derart verfangen, dass sie sich leider nicht mehr selbstständig befreien konnte. Drei Teile einer Steckleiter und einen beherzten Griff später war die Katze aus ihrer Notlage befreit und konnte sicher auf den Erdboden zurückgebracht werden.

Am 27. Juni konnte zudem das Jubiläum eines besonderen und denkwürdigen Tages in der Geschichte der Feuerwehr Wettersbach bedacht werden. Vor 40 Jahren, am 27. Juni 1980, hatten die Kommanden der zwei Wehren zur außerordentlichen Hauptversammlung ihrer Freiwilligen Feuerwehr, in die damalige Carl-Benz-Hauptschule (heute Heinz-Barth-Grundschule), eingeladen. Wichtigster Tagesordnungspunkt der jeweiligen Versammlung war der Punkt „Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Palmbach“, bzw. „Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Grünwettersbach“. Im Anschluss an die außerordentlichen Hauptversammlungen wurde zur Gründungsversammlung einer neuen Feuerwehr, nämlich der „Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Wettersbach“ aufgerufen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte – getrennte Feuerwehren in Palmbach und Grünwettersbach kann sich heute von den jüngeren Feuerwehrleuten niemand mehr vorstellen.

Der Juli war neben dem fortschreitenden Übungsbetrieb von vielen Einsätzen in kurzer Zeit geprägt. Am Morgen des 10. Juli drohte in Grünwettersbach ein Heckenbrand auf ein Wohngebäude überzugreifen. Anwohner konnten hier mit einem Gartenschlauch Schlimmeres verhindern, sodass nur noch Nachlöscharbeiten durchführt werden mussten. Auch zwei Mülleimerbrände bei einer Palmbacher Bushaltestelle beschäftigten die Feuerwehr.

Am Morgen des 05. August stand nicht das Feuer, sondern das Element Wasser im Fokus der Einsatzkräfte. In einem Wohngebäude trat infolge eines Defekts an einer Wasserarmatur über längere Zeit eine größere Menge Wasser aus. Die Feuerwehr Wettersbach stoppte den Wasseraustritt, entfernte mit einem Wassersauger das Wasser und verhinderte so größere Schäden.

Der Übungsbetrieb konzentrierte sich in den warmen Sommermonaten auf die Wasserentnahme aus verschiedenen Wasserquellen sowie die Ortskunde im Einsatzgebiet. Leider wurde beim Befahren diverser Straßen festgestellt, dass die Durchfahrtsmöglichkeiten für die Feuerwehrfahrzeuge aufgrund der Parksituation nicht immer optimal gegeben sind. Teilweise war zeitaufwändiges Rangieren notwendig, zum Teil eine Durchfahrt gar ganz unmöglich. An dieser Stelle daher noch einmal die Bitte, Fahrzeuge mit Bedacht abzustellen, sodass eine Durchfahrtsmöglichkeit der Feuerwehr jederzeit gegeben ist.

Nach der Pause seit März konnte nach den Sommerferien im September endlich auch wieder der Übungsbetrieb bei der Jugendfeuerwehr starten. Jeden Dienstag konnte der Nachwuchs unter Beachtung eines ausführlichen Hygienekonzepts fortan wieder die Grundlagen des Feuerwehrhandwerks erlernen.

Ein Austritt von Motoröl aufgrund eines Defekts bei einem LKW wurde der Integrierten Leitstelle Karlsruhe am Abend des 30. September auf der A8 gemeldet. Nach kurzer Erkundung zeigte sich hier, dass es sich lediglich um einen Austritt von Kühlwasser handelt und somit keine Tätigkeit für die Feuerwehr notwendig war. Die Einsatzkräfte waren gerade erst wenige Minuten ins Feuerwehrhaus zurückgekehrt, als gegen 22 Uhr die Funkmeldeempfänger erneut Alarm schlugen. Die Alarmmeldung führte die Abteilung Wettersbach zu einem Brandeinsatz mit dem Zusatz „Menschenleben konkret in Gefahr“ nach Grünwettersbach. Die Bewohnerin eines Einfamilienhauses meldete zuvor eine starke Rauchentwicklung in ihrer Wohnung, wobei es nach eigener Aussage unklar war, ob sie es noch aus eigener Kraft schaffen würde das Gebäude zu verlassen. Bei Eintreffen hatte die Bewohnerin das Gebäude bereits selbstständig verlassen können. Sie wurde in der Erstphase von der Feuerwehr betreut und später vom Rettungsdienst, der vor Ort von der SEG Bergdörfer der örtlichen Notfallhilfen unterstützt wurde, versorgt. Ein Trupp unter Atemschutzgeräten durchsuchte die verrauchte Wohnung und konnte schnell einen bereits erloschenen Kleinbrand im Küchenbereich als Ursache der Rauchentwicklung ausfindig machen. Nach der Belüftung des Gebäudes konnte der Einsatz für die Feuerwehr beendet werden.

Im Oktober stand der Ausbildungsdienst im Zeichen der Personenbefreiung nach Verkehrsunfällen. Anhand von Schrottfahrzeugen wurde die korrekte Rettung und Befreiung von Personen in verschiedenen Situationen mittels hydraulischer Rettungsgeräte praktisch geübt.

Einige Tage nach der letzten Übung wurde die Feuerwehr Wettersbach dann zu einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich beim Ortsausgang Palmbach in Richtung Autobahn alarmiert. Eingeklemmt in seinem Fahrzeug wurde zum Glück niemand, aus einem Fahrzeug traten jedoch Betriebsstoffe aus, die von der Feuerwehr mit Bindemittel abgestreut werden mussten. Mehrere Personen wurden verletzt.

Aufgrund der wieder stark ansteigenden Infektionszahlen kam es zum Beginn des Monats November wieder zu weitreichenden Einschränkungen im öffentlichen Leben. Auch auf unseren Übungsdienst hatte dies Auswirkungen. Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft mussten sämtliche Ausbildungsdienste der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr erneut eingestellt werden. Auch kameradschaftliche Aktivitäten wie Ausflüge oder die Jahresabschlussfeier konnten verständlicherweise nicht durchgeführt werden.

In einer Hofeinfahrt zwischen zwei Gebäuden entwickelte sich am 10. November in Grünwettersbach ein Brand im Motorraum eines abgestellten Fahrzeuges. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr konnten Anwohner mittels eines Gartenschlauchs das Feuer weitestgehend löschen und so größeren Schaden verhindern. Durch die Feuerwehr mussten nur noch Nachlöscharbeiten unter Zuhilfenahme einer Wärmebildkamera durchgeführt und die Batterie abgeklemmt werden.

Die Alarmierung zum letzten Einsatz im Jahr 2020 erfolgte am 11. Dezember. Im Palmbacher Gewerbegebiet hatte in einem Objekt die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst. Hier zeigte sich schnell, dass bei Bauarbeiten ein Rauchmelder ausgelöst wurde. Ein Einsatz der Feuerwehr war nicht erforderlich.

Insgesamt musste die Feuerwehr Wettersbach im Jahr 2020 zu 38 Einsätzen ausrücken. Rund zwei Drittel davon in den eigenen Ortsteilen Palmbach und Grünwettersbach, ein weiteres Drittel auf den nahe gelegenen Autobahnen A8 und A5 sowie in den Nachbarorten Stupferich und Hohenwettersbach bzw. Bergwald. Bei allen Einsätzen konnte der Bevölkerung trotz der derzeitigen Pandemielage dabei schnell und sicher geholfen werden.

Zum Jahresende beträgt der Mitgliederstand 49 Aktive der Einsatzabteilung, darunter zwei Frauen. Aktuell ist der Ausbildungsbetrieb von Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr weiterhin eingestellt. Für Einsätze stehen wir weiterhin rund um die Uhr unter der Notrufnummer 112 bereit.


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