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Aus Grünwettersbach und Palmbach wird Wettersbach

Ein neues Gerätehaus für eine neue Abteilung

Der Gemeinderat der noch selbständigen Gemeinde Wettersbach hatte schon 1974 beschlossen, an zentraler Stelle zwischen Grünwettersbach und Palmbach ein Feuerwehrgerätehaus zu erstellen, um darin die beiden Freiwilligen Feuerwehren Grünwettersbach und Palmbach unterbringen zu können.

Die hohen technischen Erfordernisse der Wehren im Fahrzeugbereich und anderen technischen Geräten so wie die Tatsache, dass das damalige Gerätehaus in Grünwettersbach, Am Pfeilerweg, abgebrochen werden musste war Grundlage dieses Beschlusses.

Am 08. August 1975 hatte die Stadt Karlsruhe im Gewann Wiesenacker ein mit Lagerhallen versehenes Grundstück mit 2249 qm Fläche aufgekauft, um darauf ein Feuerwehrgerätehaus und einen Bauhof zu errichten. Mit diesem Erwerb waren die Voraussetzungen für eine vernünftige Zukunftsplanung eines Feuerwehrgerätehauses erfüllt.

Der Ortschaftsrat Wettersbach hatte in seiner Sitzung am 27.01.1976 beschlossen, im Haushaltsplan 1977 die erforderlichen Mittel zum Umbau der Lagerhalle (Baujahr 1964) in ein Feuerwehrgerätehaus einzustellen.

Aufgrund verschiedener Probleme, besonders im Bereich der Neuverplanung des Gesamtbereiches (Gerätehaus und Bauhof) aber auch im Bereich der Finanzierung, sind dann erhebliche Zeitverzögerungen eingetreten. Die auf dem Gelände stehende Lagerhalle und die Büroräume wurden in die Planung aufgenommen, wobei die vorhandenen Gebäudeteile weit gehenst zu berücksichtigen waren.

Fünf Jahre nach den ersten Planungen war es dann soweit, am Samstag, den 6. September 1980 konnte, im Rahmen einer Feierstunde das neue Gerätehaus von OB Otto Dullenkopf übergeben werden. In seiner Ansprache hob OB Dullenkopf hervor, dass die Kosten von rund 700.000,- DM für Gerätehaus und Außenanlagen für die Sicherheit der Bürger gut angelegt seien.

Als Zugabe für die neue Wettersbacher Wehr übergab der damalige Brandschutzdezernent, Bürgermeister Paul Hugo Jahn ein neues Löschgruppenfahrzeug von Typ LF 8.

Mit dem Einzug in das neue Gerätehaus, schloss sich der fast 200 jährige Kreis, der mit einer gemeinsamen Feuerspritzenhütte begann, wieder.

Der Zusammenschluss

Die neue Abteilung Wettersbach

Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Grünwettersbach und Palmbach am 1. Januar 1972 zur Gemeinde Wettersbach ergab sich auch für die beiden Feuerwehren eine neue Situation.

Der Gemeinderat hatte schon 1972 die Auffassung vertreten, dass die vom Gesetz vorgeschriebene Zusammenlegung der Feuerwehren bis zur Fertigstellung eines neuen Gerätehauses an zentraler Stelle zurückgestellt werden sollte. Am 1. Januar 1975 erfolgt dann die Eingemeindung der Gemeinde Wettersbach zur Stadt Karlsruhe.

In einem historischen Akt am 27. Juni 1980 sprachen sich, in getrennten Versammlungen, die Wehrmänner beider Abteilungen für die Auflösung ihrer bisherigen Abteilungen aus, um kurz danach die Neugründung vorzunehmen. Unter dem Vorsitz von Branddirektor Bernd Wiechmann sprachen sich die Wehrmännern der ehemaligen Abteilungen für die Neugründung aus. Bei der anschließenden Wahl wurde Manfred Link zum neuen Abteilungskommandanten und Alfred Ludwig zu seinem Stellvertreter gewählt.

Vom Feuerwehrausschuss gewählt und von der Versammlung bestätigt wurden Fritz Tron als Kassier, Roland Tomzcyk als Schriftführer, Herbert Rabold als Jugendwart und Julius Tron als Leiter der Altersmannschaft.

Bei der ersten ordentlichen Jahreshauptversammlung am 5. Januar 1981 zählt die Wehr 50 aktive Wehrmänner, 14 Kameraden der Altersmannschaft und 20 Jugendfeuerwehrmitglieder. Mit der Neugründung stehen der Wehr vier Einsatzfahrzeuge zur Verfügung: Es sind dies ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 , ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF und ein Hilfsrüstwagen, HRW vom Katastrophenschutz.

In den nachfolgenden Jahren wurde die Schlagkraft der Wehr weiter verbessert und die Abteilung durch neue Einsatzfahrzeuge gestärkt. Am 25. Mai 1982 konnte Abteilungskommandant Manfred Link ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS von Branddirektor Bernd Wiechmann in Empfang nehmen. Dieses Fahrzeug wurde im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes zur Verfügung gestellt und stärkt die Einsatzbereitschaft der Wettersbacher Wehr.

Umstrukturierungen und Erweiterungen

Fahrzeugpark und Ausrückegebiet

Am 1. Juni 1982 wurde der Wehr ein erweitertes Ausrückegebiet zugeteilt, ab sofort wird auch auf die Autobahn A8, zwischen der Einfahrt Langensteinbach und dem Dreieck Karlsruhe ausgerückt.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Wehr wurde am 15. Oktober 1983 von zwei Gruppen, unter Leitung der Gruppenführer Manfred Link und Alfred Ludwig, das Leistungsabzeichen in Silber abgelegt.

Für seine Verdienste um die Feuerwehr bekam Abteilungskommandant Manfred Link zu seinem 50. Geburtstag, am 21. April 1984 das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen. Auch eine Fahrzeugübergabe stand im Jahre 1984 an, für den außer Dienst gestellten HRW wurde ein Rüstwagen RW 1 vom Katastrophenschutz in Betrieb genommen.

Bei der Jahreshauptversammlung am 5. Januar 1985 wurde Manfred Link für weitere 5 Jahre zum Abteilungskommandanten gewählt, neuer Stellvertreter wurde der Zugführer Roland Jourdan.

Nachdem das TLF 16 der ehemaligen Abt. Grünwettersbach in die Jahre gekommen war, stand eine Neubeschaffung an. Man einigte sich darauf ein 8 Jahre altes TLF 16/25 das bei der Berufsfeuerwehr im Dienst stand, zu übernehmen. Dieses Fahrzeug wurde für die Verhältnisse der Wettersbacher Wehr umgebaut und im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 20. Oktober 1985 durch Bürgermeister Ullrich Eidenmüller übergeben. Weiter erhielt die Wehr am 13. Oktober 1988 einen Mannschaftstransportwagens (MTW), der als Ersatz für das alte Tragkraftspritzenfahrzeug der ehemaligen Feuerwehr Palmbach beschafft wurde.

Bei der Jahreshauptversammlung am 5. Januar 1990 wurde der Generationswechsel bei der Führung der Wehr eingeleitet. Der bisherige stellvertretende Kommandant Roland Jourdan wurde zum neuen Abteilungskommandanten gewählt. Neuer Stellvertreter wurde Heinz Henkenhaf. Manfred Link, der 19 Jahre an der Spitze der Grünwettersbacher und Wettersbacher Wehr stand wurde bei der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Die Wehrstärke betrug zu dieser Zeit 47 aktive Kameraden, 12 Jugendliche und 23 Mitglieder der Altersmannschaft.

In den darauffolgenden Jahren wurde der Ausbildungsstand der Wehr weiter verbessert und weitere Geräte für die Technische Hilfeleistung angeschafft. Die Wehr rückt nun auch zu Technischen Hilfeleistungen in die Nachbargemeinden aus.

Bei der Jahreshauptversammlung am 5. Januar 1992 wurde auch der Generationswechsel im Abteilungsausschuss vollzogen. Mit Wilhelm Lehmann, Rolf Freiburger und Alfons Weidhofer wurden drei langjährige Ausschussmitglieder verabschiedet. Junge Kameraden rückten nach: Peter Lehmann wurde zum Kassenverwalter und Claus Ried zum Schriftführer ernannt. Die ersten weiblichen Feuerwehrmitglieder wurden 1993 in die aktiven Wehr übernommen.

Für ihre besonderen Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr Grünwettersbach, Palmbach und Wettersbach wurden die früheren Kommandanten Manfred Link und Alfred Ludwig am 5. Januar 1994 zu Ehrenabteilungskommandanten ernannt. Im Jahr 1995 wurde Roland Jourdan für weitere 5 Jahre zum Abteilungskommandanten gewählt, neuer Stellvertreter wurde Michael Freis.

Nach 16 Jahren im Amt als Leiter der Altersmannschaft stellt Julius Tron sein Amt zur Verfügung. Am 2. Februar 1996 wurde Herbert Rabold von seinen Alterskameraden zu ihren neuen Leiter ernannt.

Die Wehr bekam weitere Einsatzaufgaben zugeteilt. Seit Oktober 1998 wird nun auch auf die Autobahn bis Remchingen ausgerückt. Es sind nun 14 Autobahnkilometer auf der A8 zwischen dem Dreieck Karlsruhe und Remchingen zusammen mit der Berufsfeuerwehr zu betreuen.

Im Herbst 1999 feierte die Wehr ein doppeltes Jubiläum. Die Feuerwehr Palmbach würde 60 Jahre alt, die Grünwettersbacher Wehr könnte das 75 jährige Jubiläum feiern. Es wurde eine Historische Übung durchgeführt und alle noch vorhandenen Gerätschaften der früheren Wehren eingesetzt. Zum Jahresende 1999 hatte die Wehr über 80 Einsätze zu bewältigen. Durch starken Schneebruch und durch den Orkan "Lothar" war die Wehr mehrere Tage im Dauereinsatz um Schäden zu beseitigen. Es wurden über 800 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet.

Jahrtausendwechsel

Entscheidungen für die Zukunft

Bei der Jahreshauptversammlung am 07. Januar 2000 wurde Abteilungskommandant Roland Jourdan für weitere 5 Jahre an die Spitze der Wehr gewählt. Neuer Stellvertretender Kommandant wurde Hans-Peter Nagel. Für 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden Julius Tron, Willi Bertsch und Wilhelm Höger geehrt. Abteilungskommandant Roland Jourdan wurde zum Hauptbrandmeister befördert und bekam für seine besonderen Verdienste um die Feuerwehr das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen.

Zum 1. Januar 2000 hat der Wettersbacher Wehr einen Personalstand von 51 aktiven Wehrmitgliedern, davon 2 Frauen, 24 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, davon 10 Mädchen und 22 Kameraden der Altersmannschaft. Im November 2000 wurde das Ausrückegebiet der Wehr nochmals erweitert. Um den Zeitvorteil gegenüber der Berufsfeuerwehr besser auszunützen und besonders tagsüber die Zahl der Atemschutzgeräteträger zu erhöhen, rücken die Wehren der "Bergdörfer" bei Wohnungsbränden und größeren Einsätzen zukünftig gemeinsam aus.

Im Stadtteil Palmbach werden wir von der Abt. Stupferich unterstützt., in Grünwettersbach fährt zusätzlich auch die Abt. Hohenwettersbach die Einsatzstellen an. Gleichzeitig unterstützen wir die benachbarten Wehren und rücken nach Stupferich, Hohenwettersbach und Bergwald aus. Für das Jahre 2002 war die Modernisierung und Erweiterung des Gerätehauses vorgesehen. Erste Planungen wurden bereits begonnen. Ebenfalls stand die Ersatzbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 an, welche jedoch verschoben wurde. Dieses Fahrzeug war lange Jahre bei der Berufsfeuerwehr im Einsatz und war zwischenzeitlich 27 Jahre alt. Für die Wehr war ein neues LF 16/12 und ein neuer MTW geplant, beide Fahrzeuge sollten im Jahr 2003 beschafft werden.

Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 2002 wurde der Abteilungsausschuss der Wehr mit folgendem Ergebnis neu gewählt: Heinz Henkenhaf (Kassier), Dirk Henkenhaf (Schriftführer), Michael Schumacher (Jugendwart), Michael Freis, Jürgen Konstantin, Thomas Kunzmann, Hans-Peter Schmidt, Peter Schorle und Jens Maier. Stellvertretender Jugendwart wurde Thomas Maxwell. Herbert Rabold blieb weiterhin Leiter der Altersmannschaft.

Um die Ausrückesicherheit tagsüber zu verbessern, wurde die Alarm- und Ausrückeordnung abermals geändert: Werktags in der Zeit von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr erfolgt bei Wohnungsbränden zukünftig grundsätzlich eine "Dreifachalarmierung" der Abteilungen der Höhenstadtteile.

Zum 01. Juli 2002 besteht die Wehr aus 44 aktiven Feuerwehrleuten, 18 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr, sowie 27 Kameraden der Altersmannschaft. Zum großen Bedauern der Feuerwehrleute wurde im März 2003 die geplante Gerätehauserweiterung überraschend wenige Wochen vor Baubeginn vom Karlsruher Gemeinderat gestrichen. Im Monat März 2003 wurde ein neuer MTW (Ford) als Ersatzfahrzeug für das nun 14 Jahre alte Fahrzeug übergeben. Der alte MTW wurde an die Abteilung Grötzingen weitergegeben.

Im Mai 2003 gab es im Abteilungsausschuss folgende Änderungen: Jens Maier wurde zum neuen Kassenverwalter gewählt. Heinz Henkenhaf trat zum 10. Januar 2003 vom Amt des Kassenverwalters und aus dem Abteilungsausschuss zurück. Seit 1. Juni 2003 ist die neue Abschnittsführungsstelle im Gerätehaus Wettersbach einsatzbereit. Mit über 400 ehrenamtlichen Handwerkerstunden (Baumaßnahme und Elektroinstallation) wurde diese im Jugendraum eingerichtet. Die Abschnittsführungsstelle ist für Einsätze im Bereich Bergwald, Hohenwettersbach, Grünwettersbach, Palmbach und Stupferich bis zum Rittnerthof zuständig.

Erneuerung des Fahrzeugparks

Neue Löschgruppenfahrzeuge auf dem aktuellen Stand der Technik

Am 18. Oktober 2003 wurde der Feuerwehr Wettersbach ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 übergeben. Abteilungskommandant Roland Jourdan konnte zur Fahrzeugübergabe des neuen Löschfahrzeuges fast die gesamte Wettersbacher Wehr im Feuerwehrgerätehaus begrüßen. Neben Herrn Bürgermeister Ulrich Eidenmüller waren zahlreiche Gäste nach Wettersbach gekommen, um der Fahrzeugübergabe beizuwohnen. Neben zahlreichen Ortschaftsräten konnte Abteilungskommandant Jourdan Herrn Ortsvorsteher Rainer Frank, mehrere Vertreter der Branddirektion, sowie viele Vertreter der örtlichen Vereine und Institutionen begrüßen. Neben den Karlsruher Abteilungskommendanten der Freiwilligen Wehren waren auch die Kommandanten aus Waldbronn und Karlsbad anwesend. Das neues Löschgruppenfahrzeug LF16/12 ersetzte das alte Tanklöschfahrzeug, das auf den Tag genau 26 Jahre und 3 Monate alt war.

Bei der Jahreshauptversammlung am 09. Januar 2004 standen Nachwahlen zum Abteilungsausschuss an: Marcel Schottmüller und Jörg Dols wurden von der Wehr in den Ausschuss gewählt. Friedrich Piston wurde für über 60-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr geehrt. Abteilungskommandant Roland Jourdan wurde mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Karlsruhe für 30-jährige aktive Dienstzeit ausgezeichnet. Brandmeister Hans-Peter Schmidt wurde zum Oberbrandmeister befördert. Bei der ersten Sitzung des Abteilungsausschusses im Jahre 2004 wurde Hans-Peter Schmidt zum neuen Schriftführer ernannt, nachdem Dirk Henkenhaf sein Amt aufgegeben hatte. Felix Mack wurde zum weiteren stellvertretenden Jugendwart ernannt.

Zu Jahresbeginn wurde in der Stadt Karlsruhe über neue Strukturen bei der Freiwilligen Feuerwehr beraten. Hier wurde unter anderem auch über einen möglichen Zusammenschluss mit der Abteilung Stupferich und einem gemeinsamen Gerätehaus im Gewerbegebiet "Im Winterrot" nachgedacht. Diese Beratungen wurden im März 2004 gestoppt. Im Juni 2004 wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 an die Feuerwehr Wettersbach übergeben. Dieses Fahrzeug ersetzte das alte LF8, welches die Wehr als "Hochzeitsgeschenk" beim Zusammenschluss der Grünwettersbacher und Palmbacher Wehr im Jahre 1980 erhalten hatte.

Der Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrhauses

Das Ende einer schier endlosen Geschichte

Das Gebäude, in das die Feuerwehr Wettersbach nach ihrer Gründung im Jahre 1980 eingezogen war, entsprach im Laufe der Jahre nicht mehr den aktuellen Anforderungen, die an eine leistungsfähige, moderne Freiwillige Feuerwehr gestellt werden. Auch kamen in den Neunziger Jahren die ersten Frauen zur Wettersbacher Wehr, für welche weitere Umkleide- und Sanitärräume nötig wurden. Im städtischen Doppelhaushalt 2005/2006 wurden für den Erweiterungsbau 826.000,- Euro eingestellt. Die Renovierung des alten Gebäudeteiles sollte erst in drei bis vier Jahren erfolgen.

Zur Kostenreduzierung hatten sich die Wehrmitglieder zu verschiedenen Eigenleistungen bereiterklärt. An der Südseite des bisherigen Feuerwehrhauses schließt sich heute ein zweigeschossiger Neubau an. Im Erdgeschoss entstanden zwei neue Fahrzeugboxen. Hiervon wird eine Box vom Bauhof Wettersbach als Garage für einen LKW genutzt. Im Obergeschoss entstanden ein Unterrichts- und Versammlungsraum mit ca. 85 Quadratmetern, sowie ein Büro für den Abteilungskommanten und eine Küche. Der Unterrichtsraum kann abgetrennt werden, damit der Führungsstab der Abschnittsführungsstelle bei Bedarf tätig werden kann. Auch das Kommandantenbüro ist für eine Doppelnutzung vorgesehen. Hier wird zusätzlich der Funkraum für die Abschnittsführungsstelle installiert. Durch den Neubau wird auch die Lagerkapazität im Gerätehaus vergrößert. Zukünftig können alle Materialien und Geräte die bisher an verschiedenen Standorten untergebracht sind, zentral gelagert werden.

Im alten Gebäudeteil wurden Umkleide- und Duschräumen für die ausrückende Mannschaft geschaffen. Zusätzlich wurden auch Sanitär- und Umkleideräumen für die Wehrfrauen und Jugendfeuerwehrmädchen eingerichtet und der Jugendraum renoviert. Außerdem wurde eine neue Heizungsanlage installiert.

Da sich während den Baumassnahmen zahlreiche Baumängel herausstellten wurden die dringend nötigen Renovierungsarbeiten am alten Bestand des Feuerwehrhauses vorgezogen. Hierzu wurden im Sommer 2006 weitere 256.000,- Euro bereitgestellt. So konnte das alte Eternitdach, sowie die Hallentore und die Fenster ausgetauscht werden. Außerdem erhielt das Gebäude eine neue Wärmeschutzfassade. Für die gesamte Baumaßnahme stand nun ein Betrag von 1.082.000,- Euro zur Verfügung. Aufgrund der zusätzlichen Renovierungsmaßnahmen verlängerte sich die Bauzeit um mehrere Monate.

Um die ursprünglichen Baukosten zu senken, hatten sich die Wehrmitglieder im Jahre 2005 bereit erklärt, Eigenleistungen im Wert von ca. 30.000,- Euro zu übernehmen. Aufgrund der zusätzlichen Renovierungsarbeiten wurden dann wesentlich mehr ehrenamtliche Arbeiten übernommen. So wurde die komplette Elektroinstallation inklusive der Ingenieursplanung von den Wehrmännern selbst durchgeführt. Außerdem wurden alle Abbrucharbeiten und die Maurerarbeiten im Altbau selbst durchgeführt. Des Weiteren fielen während der Bauphase zahlreiche Zusatzarbeiten an, die alle termingerecht erledigt wurden. Auch die Parkplätze und Außenanlagen um das Gebäude wurden in Eigenarbeit ausgeführt. Zwischenzeitlich wurden von den Wettersbacher Wehrmitglieder über 4.500 ehrenamtlichen Stunden Arbeitsdienst geleistet.

Mit dem neuen Gebäude ist die Einsatzbereitschaft der Abteilung Wettersbach für die nächsten Jahre gesichert. Auch die Jugendarbeit profitiert von den neuen Räumlichkeiten. Nachdem in den vergangen drei Jahren der Fuhrpark mit zwei neuen Löschfahrzeugen und einem Mannschaftstransportwagen runderneuert wurde, steht die Wettersbacher Feuerwehr nun auf dem neuesten Stand um schnelle Hilfe zu leisten. Die Wettersbacher Wehr hofft, dass sich dies zukünftig auch positiv auf die Mitgliederentwicklung auswirkt.

Die Einweihung des neuen Gerätehauses sowie die Sanierung und den Umbau des Altbaus feierte die Freiwillige Feuerwehr Wettersbach in einer Feierstunde am 13. Juli 2007 sowie einem Festwochenende am 14. und 15. Juli 2007.

Eine neue Führung im neuen Jahrzehnt

Eine Ära geht zu Ende

In der Jahreshauptversammlung 2010 wurde ein geradezu historischer Akt vollzogen. Roland Jourdan stand nach 25 Jahren in der Führung der Feuerwehr Wettersbach, davon 20 Jahre als Abteilungskommandant, nicht mehr für das Amt zur Verfügung. Auch sein Stellvertreter Hans-Peter Nagel gab nach 10 Jahren Tätigkeit sein Amt ab. Als Kandidaten stellten sich Michael Freis und Klaus Müller zur Verfügung, die von der Mannschaft am 15. Januar 2010 als Abteilungskommandant bzw. dessen Stellvertreter gewählt wurden. Auch in der Jugendfeuerwehr gab es einen Führungswechsel: Felix Mack, bisher Stellvertreter von Jugendwart Thomas Kunzmann, übernahm die Führung der Jugendfeuerwehr. Stellvertreter wurde Sebastian Herzog.

Wenige Tage zuvor war das letzte Katastrophenschutzfahrzeug der Feuerwehr Wettersbach, das alte LF16-TS, ausgemustert worden. Es wurde an die Feuerwehr Kirchheim-Teck verschenkt, das das Fahrzeug zu einem Gerätewagen Strahlenschutz umbaute und das nunmehr über 30 Jahre alte Fahrzeug weiterbetreibt.

Es standen weitere Anschaffungen ins Haus: Für das LF16/12 wurde eine Schaumpistole angeschafft. Auch das langersehnte Stromaggregat wurde geliefert. Das 15kw-Aggregat ist in der Lage, das komplette Feuerwehrhaus mit einer Notbeleuchtung und alle wichtigen Geräte und Einrichtungen wie Funk, Heizung, Telefonanlage und Abschnittsführungsstelle mit Strom zu versorgen.

 

Roland Jourdan wird zum Ehrenkommandant ernannt

Am Donnerstag, 24. Juni 2010, wurde Roland Jourdan im Rahmen eines Ehrenabends im Rathaus in Grünwettersbach für seine langjährige Dienstzeit als Abteilungskommandant der Feuerwehr Wettersbach gewürdigt. Zu diesem Ereignis waren zahlreiche Gäste gekommen, unter anderem der Wettersbacher Ortsvorsteher Rainer Frank, der Leiter der Branddirektion Dr. Roland Goertz samt zahlreicher Abteilungsleiter, die aktuellen und auch ehemaligen Abteilungskommandanten der umliegenden Feuerwehren, Stadt- und Ortschaftsräte, Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen der umliegenden Gemeinden, Einsatz- und Altersmannschaft der Feuerwehr Wettersbach und natürlich die Familie Roland Jourdans.

In seiner Ansprache hob Ortsvorsteher Frank die Höhepunkte der Amtszeit Roland Jourdans hervor, der 1985 zum stellvertretenden Abteilungskommandanten und 1990 zum Abteilungskommandanten gewählt worden war. Sehr lebendig bot er den Anwesenden einen Einblick in die vielfältigen Leistungen, die Jourdan für seinen Heimatort und seine Mitbürger erbracht hatte und sprach ihm seinen Dank für das herausragende Engagement aus. Auch bei Kindern und Ehefrau Renate Jourdan bedankte sich Frank für die durchgehende Akzeptanz und Unterstützung, denn "hinter jedem starken Mann steht eine starke Ehefrau."

Auch Branddirektor Goertz fand die richtigen Worte. Er führte den Anwesenden vor Augen, was die ehrenamtliche - und damit unentgeltliche - Arbeit als Abteilungskommandant mit sich bringt, welch Verantwortung auf diesen Schultern lastet und wie wichtig es ist, einen solch verantwortungsbehafteten Posten mit einem zuverlässigen und besonnenen Menschen zu besetzen. Auch Goertz bedankte sich bei Jourdan für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit. Auf Antrag der Abteilung Wettersbach vom Frühjahr 2010 und nach Prüfung durch Gemeinderat und Branddirektion ernannte Dr. Goertz Roland Jourdan mit sofortiger Wirkung zum Ehrenabteilungskommandanten der Abteilung Wettersbach.

In seiner abschließenden Ansprache fasste sich Roland Jourdan kurz. Bewegt bedankte er sich bei allen Anwesenden für die vielen Jahre der hervorragenden Zusammenarbeit. Vor allem auf seine Mannschaft habe er sich immer verlassen können. Der Rückhalt in den eigenen Reihen, an dem er nie gezweifelt habe, sei ihm immer das wichtigste gewesen.


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