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Ersthelfer-App "Region der Lebensretter" in Karlsruhe gestartet

Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist das System „Region der Lebensretter“ zur Alarmierung qualifizierter Ersthelfer bei Herz-Kreislauf-Stillständen vorgestellt und aktiviert worden. Präsentiert wurde es in der Integrierten Leitstelle (ILS) der Hauptfeuerwache in der Oststadt. Über eine Smartphone-App sollen registrierte Helferinnen und Helfer schneller am Notfallort eintreffen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Der plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Nach Angaben des Vereins erleiden jährlich über 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand, nur zehn bis 15 Prozent der Betroffenen überleben. Bis zum Eintreffen des Rettungswagens vergehen nach einem Notruf in Großstädten meist sieben bis neun Minuten, auf dem Land oft länger. Diese Zeit ist laut Verein kaum zu verkürzen – dabei drohen schon nach kurzer Zeit irreversible Hirnschäden. Laut Prof. Dr. Michael Müller, Erster Vorsitzender des Vereins, hat sich die Überlebensrate trotz medizinischer Fortschritte seit 1990 kaum verbessert.

Hier setzt die App an: Registrierte „Lebensretter“, die eine Herzdruckmassage durchführen können, werden bei einem Notfall automatisch alarmiert. Das System schickt die vier am schnellsten verfügbaren Ersthelfer los und berücksichtigt dabei Entfernung sowie Fortbewegungsart. Im Mittel trifft laut Verein der erste Helfer nach drei Minuten und 21 Sekunden ein. Bundesweit habe es bis 2025 bereits knapp 15.000 Einsätze über das System gegeben. Es ist inzwischen in sieben Bundesländern aktiv und verarbeitet Alarme seit 2022 regionenübergreifend, unabhängig von Leitstellen- oder Landkreisgrenzen.

In Karlsruhe war die Einführung zuvor unter anderem an Finanzierungsfragen gescheitert. Inzwischen wird das System spenden- beziehungsweise sponsorenfinanziert umgesetzt, sodass für Stadt und Landkreis keine Kosten entstehen. Die technischen Voraussetzungen in der Leitstelle sind vorhanden, bereits vor der Live-Schaltung hatten sich rund 450 Ersthelferinnen und -helfer registriert. Die Stadt betont, die App ergänze einen bereits hohen Standard mit dichter Rettungswachen-Struktur und bestehenden Ersthelfer-Einheiten.

Auch die Feuerwehr Wettersbach ist durch ihre Mitglieder Teil des Systems. Ein Teil der Angehörigen gehört zur Gruppe qualifizierter Ersthelfer – aus beruflichen Gründen oder weil sie zusätzlich bei einer weiteren Hilfsorganisation ehrenamtlich tätig sind. Das bedeutet, dass sie – wenn sie unterwegs sind oder sich zum Zeitpunkt eines Notfalls im Feuerwehrhaus befinden – ebenfalls zu einem First-Responder-Einsatz ausrücken können.

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