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Kreisbrandmeister Rudolf Link vor 50 Jahren verunglückt

50 Jahre nach dem tragischen Unfalltod von Rudolf Link wollen wir heute an den ehemaligen Kreisbrandmeister des Landkreises Karlsruhe erinnern.

Rudolf Link war in den Morgenstunden des 27. Mai 1968, zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Ettlingen, bei einem Großbrand einer Lagerhalle mit Stoffballen der Ettlinger Firma Findeisen & Weber [heute: Findeisen GmbH], im Einsatz. Als eine Acetylenflasche infolge der Hitzeeinwirkung explodierte, wurde durch die Druckwelle ein Mauerstück aus einer Türfüllung herausgerissen. Herumfliegende Steine trafen den in unmittelbarer Nähe stehenden Kreisbrandmeister. Mit an der Unfallstelle noch nicht erkennbaren inneren Verletzungen wurde Rudolf Link in das Diakonissenkrankenhaus Rüppurr eingeliefert, wo er dann am 08. Juni, im Alter von 43 Jahren, verstarb.

Rudolf Link wurde am 14. April 1925 in Freiburg geboren und kam bereits als Kind nach Palmbach. Im Zweiten Weltkrieg kam er als junger Mann in Kriegsgefangenschaft, von der er im Jahre 1947 zurückkehrte.

Er war in zahlreichen Palmbacher Vereinen und Institutionen als treibende Kraft tätig. So trat er schon als junger Mann in die Freiwillige Feuerwehr Palmbach ein. Von 1953 bis 1955 war er stellvertretender Kommandant und anschließend bis 1966 erster Kommandant der damals selbständigen Palmbacher Feuerwehr. In seiner Amtszeit trat eine besonders positive Entwicklung in der Wehr ein. Er verstand es, eine große Anzahl junger Männer für den Dienst in der freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen und auch bei der Sache zu halten. Es wurden zahlreiche Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule besucht, so dass binnen kurzer Zeit eine schlagkräftige und gut ausgebildete Mannschaft zur Verfügung stand. In den Protokollbüchern ist über das große 25-jährige Jubiläumsfest der Palmbacher Wehr im Jahre 1964 zu lesen, das unter seiner Regie organisiert wurde.

Rudolf Link wurde im Juli 1966 von den Kommandanten der 58 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Karlsruhe als Nachfolger von Alfred Kehrbeck zum Kreisbrandmeister gewählt. Im August 1966 führte ihn Landrat Josef Groß bei der Kommandantentagung in Graben in sein neues Amt ein. Am 16. Juli 1966 wurde im Rahmen einer Feierstunde ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug der Palmbacher Wehr übergeben. Am selben Tag übergab er sein Amt als Kommandant der Palmbacher Wehr an seinen Stellvertreter Julius Tron. Die Freiwillige Feuerwehr Palmbach, um deren Aufbau er sich große Verdienste erworben hatte, ernannte ihn zu ihrem Ehrenkommandanten.

Nach seiner Wahl zum ehrenamtlichen Kreisbrandmeister trat er in den hauptamtlichen Dienst des Landratsamtes und übernahm dort alle im Zusammenhang mit der Feuerwehr stehenden Aufgaben. Seine Arbeitsstelle bei einer metallverarbeitenden Firma in Durlach gab er auf.

In den knapp 2 Jahren seiner Tätigkeit als Kreisbrandmeister hatte er sich durch seine bescheidene, menschliche, sympathische Art viele Freunde erworben. Nicht nur bei den Feuerwehrleuten, sondern auch bei den Gemeindeverwaltungen und Bürgermeistern, mit denen er in dienstlicher Verbindung stand, war er eine respektierte Persönlichkeit.

In Ausübung seiner Tätigkeit als Kreisbrandmeister starb Rudolf Link im 43. Lebensjahr. Er hinterließ seine Frau und seinen damals vierjährigen Sohn. Nach seinem Tode übernahm sein Stellvertreter Horst Sattler aus Neureut kommissarisch die Aufgabe des Kreisbrandmeisters, bis sein Nachfolger Gerhard Wolf aus Jöhlingen gewählt war.

Rudolf Link engagierte sich aktiv bei allen anderen Palmbacher Vereinen und übernahm dort ebenfalls Führungsaufgaben. Er arbeitete auch lange Jahre als freier Mitarbeiter für die Badischen Neuesten Nachrichten und berichtete dort über die Geschehnisse in seinem Heimatort Palmbach.

Er hinterließ nicht nur bei seiner Familie, sondern auch in der Gemeinde Palmbach, bei den Feuerwehren und den örtlichen Vereinen eine große Lücke. Zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens, über tausend Feuerwehrleute und einige hundert weitere Trauergäste begleiteten ihn an Fronleichnam, am 13. Juni 1968 zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof in Palmbach. Zur Erinnerung an Rudolf Link wurde von der Stadt Karlsruhe im Jahre 2008 eine Straße nach ihm benannt. So gibt es heute im Palmbacher Gewerbegebiet die "Rudolf-Link-Straße" und eine gleichnamige Bushaltestelle. Der ehemalige Kreisbrandmeister bleibt durch die überregionale Bedeutung des Palmbacher Gewerbeparks, mit seinem Straßennamen, auch über den Stadt- und Landkreis Karlsruhe hinaus in Erinnerung. Nach der Gemeindereform und dem Zusammenschluß mit der Feuerwehr Grünwettersbach im Jahre 1980 wurde aus der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach die Freiw. Feuerwehr Karlsruhe, Abt. Wettersbach.

Weitere Informationen zu Rudolf Link finden sie auch bei www.palmbach.org. Dort sind auch die BNN-Originalberichte aus dem Jahre 1968 veröffentlicht.

Roland Jourdan HBM,
Ehrenabteilungskommandant FF Karlsruhe, Abt. Wettersbach


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